Die Thermo-Dateien - - Die Wissenschaften - 2020

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Anonim

Manche Mikroorganismen mögen es heiß. Sei es die gerösteten Quellen im Yellowstone National Park oder die höllische Umgebung von hydrothermalen Tiefsee-Entlüftungsöffnungen. Diese sogenannten Thermophilen benötigen Wärme, um zu überleben. Ihre extremen Bedürfnisse faszinieren Wissenschaftler, die ihre Biochemie bestaunen, über ihre evolutionäre Bedeutung nachdenken und sich ihr biotechnologisches Potenzial vorstellen. Um diese seltsamen Mikroben besser verstehen zu können, haben sich die Forscher zunehmend der Genomsequenzierung zugewandt. Die neuesten genetischen Geheimnisse, die aus einem hitze- und säureliebenden Organismus stammen Thermoplasma acidophilumsind in der heutigen Ausgabe der Zeitschrift verraten Natur.

Die Entschlüsselung von T. acidophilumDas Genom, das mit gerade einmal 1,5 Millionen Basenpaaren zu den kleinsten bisher unbekannten gehört, hat einige Überraschungen gebracht. Von besonderem Interesse ist die Tatsache, dass T. acidophilum weist eine Reihe von Genen auf, die sich anscheinend von anderen Spezies verfangen haben: 17 Prozent seiner "Open-Reading-Frames" (Protein-kodierende Regionen des Genoms) haben Verwandte im Genom eines als "Bakterium" bekannten Bakteriums Sulfolobus solfataricus. In einem Kommentar zur Natur Don Cowan vom University College London vermutete, dass mehrere Faktoren dazu beigetragen haben könnten T. acidophilumNeigung zum Erwerb von Genen, einschließlich des Fehlens einer schützenden Zellwand, um den Eintritt großer Moleküle in die Zelle zu verhindern.

Die neuen Ergebnisse sprechen auch gegen eine Theorie von Evolutionsbiologen. Die Forscher stellten die Ähnlichkeiten zwischen diesem Mikroorganismus und den eukaryotischen Zellen, aus denen höhere Organismen bestehen, fest T. acidophilum war ein Vorfahr der eukaryotischen Zelle. Die neue Studie offenbart dies jedoch T. acidophilumGene sind bakteriellen Genen ähnlicher. Cowan kommt trotz des offensichtlichen Fortschritts zu dem Schluss, dass Wissenschaftler noch weit davon entfernt sind, die Genfunktion im Allgemeinen zu verstehen. "Wir wissen noch nicht, welche 45 Prozent der proteinkodierenden Regionen in T. acidophilum "macht er", stellt er fest. "Das sind viele Gene."