Das Universum kann schneller expandieren als die Astronomen gedacht - - Die Wissenschaften - 2020

Inhaltsverzeichnis:

Anonim

"Dunkle Strahlung" wird als möglicher Faktor genannt, da eine neue Studie darauf schließen lässt, dass die Expansion um 9 Prozent schneller sein könnte

Das Universum wächst 5 bis 9 Prozent schneller, als Astronomen gedacht hatten, deutet eine neue Studie an.

"Diese überraschende Erkenntnis könnte ein wichtiger Hinweis auf das Verständnis der geheimnisvollen Teile des Universums sein, die 95 Prozent von allem ausmachen und kein Licht emittieren, wie dunkle Energie, dunkle Materie und dunkle Strahlung", so Astrophysiker, Studienleiter Adam Riess am Space Telescope Science Institute und an der Johns Hopkins University in Baltimore, heißt es in einer Erklärung.

Riess, der 2011 den Nobelpreis für Physik für die Entdeckung, dass die Expansion des Universums sich beschleunigt, teilte, und seine Kollegen verwendeten das Hubble-Weltraumteleskop der NASA, um 2.400 Cepheid-Sterne und 300 Supernovas vom Typ Ia zu untersuchen. Supernova Photos: Große Bilder von Sternexplosionen

Dies sind zwei verschiedene Arten von "kosmischen Maßstäben", mit denen Wissenschaftler Entfernungen im gesamten Universum messen können. Cepheiden pulsieren mit Geschwindigkeiten, die sich auf ihre wahre Helligkeit beziehen, und Typ Ia-Supernovas - starke Explosionen, die den Tod massereicher Sterne kennzeichnen - erstrahlen in konstanter Leuchtkraft.

Diese Arbeit ermöglichte es dem Team, die Entfernungen zu den 300 Supernovas zu bestimmen, die in verschiedenen Galaxien liegen. Dann verglichen die Forscher diese Zahlen mit der Ausdehnung des Weltraums, die berechnet wurde, indem gemessen wurde, wie sich das Licht weit entfernter Galaxien von der Erde weg bewegt, um zu bestimmen, wie schnell sich das Universum ausdehnt - ein Wert, der als Hubble-Konstante bekannt ist Der amerikanische Astronom Edwin Hubble.

Der neue, beispiellos genaue Wert für die Hubble-Konstante liegt bei 73,2 Kilometern pro Sekunde pro Megaparsekunde. (Eine Megaparse entspricht 3,26 Millionen Lichtjahren.) Daher sollte sich der Abstand zwischen kosmischen Objekten in 9,8 Milliarden Jahren verdoppeln, sagten die Forscher.

Die neue Zahl ist 5 bis 9 Prozent höher als in früheren Schätzungen der Hubble-Konstante, die sich auf Messungen der kosmischen Mikrowellenhintergrundstrahlung stützte - das Licht, das vom Urknall übrig war, der das Universum vor 13,8 Milliarden Jahren geschaffen hatte.

Es gibt eine Reihe von möglichen Erklärungen für diese Diskrepanz, sagten Mitglieder des Studienteams.

Zum Beispiel könnte die mysteriöse Kraft, die als dunkle Energie bezeichnet wird und die hinter der Beschleunigung des Universums steht, stärker sein, als Astronomen gedacht hatten. Es ist auch möglich, dass "dunkle Strahlung" - ein unbekanntes, superspeedes subatomares Teilchen oder Teilchen, die kurz nach dem Urknall existierten - eine Rolle spielen könnte, die nicht berücksichtigt wurde, sagten die Forscher.

Die rätselhafte dunkle Materie, von der man annimmt, dass sie im gesamten Universum viermal häufiger vorkommt als "normale" Materie, könnte auch einige merkwürdige und nicht anerkannte Eigenschaften haben. Oder vielleicht fehlt in Einsteins Gravitationslehre etwas Wichtiges, sagten die Forscher.

Kurz gesagt, es gibt noch viel zu tun, bis Astronomen die Bedeutung der neuen Ergebnisse voll einschätzen können.

"Wir wissen so wenig über die dunklen Teile des Universums. Es ist wichtig zu messen, wie sie den Weltraum in der kosmischen Geschichte vorantreiben und beeinflussen", sagte der Mitautor der Studie Lucas Macri von der Texas A & M University in derselben Aussage.

Die neue Studie wurde zur Veröffentlichung im Astrophysical Journal angenommen.

  • Galerie: Dunkle Materie im ganzen Universum
  • Himmlische Fotos: Die neuesten kosmischen Ansichten des Hubble-Weltraumteleskops
  • Unser expandierendes Universum: Alter, Geschichte und andere Fakten

Copyright 2016 SPACE.com, eine Einkäuferfirma. Alle Rechte vorbehalten. Dieses Material darf nicht veröffentlicht, gesendet, neu geschrieben oder weitergegeben werden.